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Prof. Dr. Hans-Joachim Lenger
Philosophie

 

 

Lehrangebot Wintersemester 2017/18

 

1. Seminar: Marx – Affirmation, Krise, Revolution VI
Fortsetzung des Seminars aus dem vergangenen Semester, das sich insbesondere auf die Schriften zur Kritik der Politischen Ökonomie konzentrieren wird. Das Seminar wird sich dem II. Band des Marx’schen Kapitals zuwenden, in dem es um die makroökonomischen Probleme der Kapitalzirkulation geht. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die krisentheoretischen Implikationen von Gleichgewichtsbedingungen gelegt – wobei sich die werttheoretische Frage nach den Zeitrhythmen befragt werden wird, in die das gesellschaftliche Gefüge durch die Zirkulationsgeschwindigkeiten versetzt wird.

Literatur:
Marx: Kapital I
Marx: Kapital II
Marx: Kapital III
Hans-Joachim Lenger: Marx zufolge
Donnerstag, 14.00-17.00 Uhr Raum 11
Beginn: 19.10.2017

 

2. Seminar: Das Denken der „Gemeinschaft“
In Fortsetzung der Lektüre von Texten Jean-Luc Nancys sollen einige Horizonte geöffnet werden, die sich im Zeichen eines „Singulär-Plural-Seins“ auch in Texten anderer Autoren finden. Gegen eine „fundamentalistische“ Konstruktion des Gemeinsam-Seins, die auf eine „totalitäre“ Verschmelzung hinausläuft, werden Texte diskutiert, die eine differentielle Konstellation der Singulären zu denken versuchen. Hier werden Texte von Foucault, Ranciere, Nancy, Deleuze, Vattimo, Lyotard und Agamben eine Rolle spielen.

Literatur: Joseph Vogl (Hg.): Gemeinschaften. Positionen zu einer Philosophie des Politischen (Suhrkamp)
Donnerstag, 17.00-20.00 Uhr Raum 11
Beginn: 19.10.2017

 

3. Seminar: Gilles Deleuze – Das Denken des Films: Das Zeit-Bild
(gemeinsam mit Prof. Pepe Danquart)
In seinen beiden Büchern über das Bewegungs- und das Zeitbild hat der französische Philosoph Gilles Deleuze ein Denken nachgezeichnet, das der Film in sich schon ist. Mit Henri Bergson entwirft er eine Genealogie von Bewegung und Zeit, die im Filmbild unmittelbar Ausdruck werden. Mit Charles Sanders Peirce formuliert er eine Zeichenlehre, die aus dem Film unmittelbar hervorgeht. Damit hört ein „Denken des Films“ auf, über den Film nur nachzudenken oder dessen Theorie „von außen“ an ihn heranzutragen – in Begriffen nämlich, die nicht seine eigenen sind. Stattdessen wird der Film selbst zu einer Denkform, seine Geschichte zu deren Genealogie. Denn glaubte die Tradition, die Frage der Zeit von der Linearität der Bewegung abhängig machen zu können, so kehrt der Film diese Beziehung in der Mitte des 20. Jahrhunderts um: hier geht die Bewegung aus einer Zeitlichkeit hervor, deren Virtualität nicht mehr den Dispositionen von Raum und Bewegung entspringt, sondern eigenen Logiken gehorcht. Sie treten in der Ungleichzeitigkeit hervor, in der jede Gegenwart von ihrer eigenen Vergangenheit gezeichnet sein muss, um vergehen zu können. In Begriffen des Bewegungs- und Zeitbilds werden so die künstlerischen Probleme lesbar, denen sich der Film – diesseits seiner „Mainstream-Produktionen“ – auch heute zu stellen hat. In diesem zweiten Semester, dass ich dem Kino-Denken von Gilles Deleuze widmet, wird das Zeit-Bild im Zentrum stehen.
Das Seminar wird anhand von Filmbeispielen die zentralen theoretischen Operationen befragen, mit denen Deleuze dabei vorgeht. Nachdem im vergangenen Semester das Bewegungs-Bild Gegenstand der Diskussionen war, rückt nunmehr das Zeit-Bild in den Fokus. Da in dieser Auseinandersetzung ein beachtliches Pensum an Film-Rezeption und theoretischer Probleme zu bewältigen sein wird, müssen die Studierenden ein Referat oder vergleichbare Leistungen zu zentralen Fragestellungen erarbeiten. Zu diesem Seminar ist eine Anmeldung erforderlich. Studierende, die neu hinzukommen, sollten die begriffliche Bewegung des ersten Kino-Buchs (Das Bewegungsbild) nachvollzogen haben., ein Zeit- und Arbeitsplan findet sich hier.

Dienstag, vierzehntägig 10.00 bis 15.00 Uhr Kino Finkenau
Literatur: Gilles Deleuze: Das Bewegungsbild. Das Zeitbild (beide suhrkamp)
Weitere Literatur:
Henri Bergson: Materie und Gedächtnis

Hans-Joachim Lenger: Fragen an Deleuze. Fragen an Wenders. Das Digitale. (Manusrkipt)
Semiotik-Reader
Zeit-Reader
Beginn: 17.10. 2017
Zeit- und Arbeitsplan

 

4. Seminar: Bewegung, Zeit und Zeichen
Begleitendes Lektüreseminar zu „Das Denken des Films“
Das Seminar wird philosophische Fragen, die Gilles Deleuze in seinen beiden Kino-Büchern aufwirft, in systematischer Weise vertiefen. Eine auszugsweise Lektüre von Henri Bergsons „Materie und Gedächtnis“ soll Begriffe des Bildes und der Bewegung ebenso präzisieren wie die von Zeit, Erinnerung und Gedächtnis. Eine Lektüre von Fragmenten, in denen Charles Sanders Peirce in folgenreicher Weise eine triadische Logik des Zeichens entwirft, soll die Taxinomien des Bildes nachvollziehbar machen, die Deleuze im Kino aufdeckt. Auf diese Weise soll das Seminar die Analysen Deleuze’ nachvollziehbarer machen und zugleich offene Fragen thematisieren, die an ihn gerichtet werden könnten.

Dienstag, vierzehntägig 13.00 bis 15.00 Uhr Kino Finkenau (bei kleinerer Teilnehmerzahl in meinem Büro)
Literatur: Gilles Deleuze: Das Bewegungsbild. Das Zeitbild (beide suhrkamp)
Weitere Literatur:
Henri Bergson: Materie und Gedächtnis

Hans-Joachim Lenger: Fragen an Deleuze. Fragen an Wenders. Das Digitale. (Manusrkipt)
Semiotik-Reader
Zeit-Reader
Beginn: 24. 10. 2017

 

5. Sprechstunde und Betreuung schriftlicher Arbeiten: Nach Vereinbarung


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